Wir wollen uns heute und an den kommenden Tagen mit den sieben letzten Worten Jesu beschäftigen. Haben sie für uns heute noch eine Bedeutung? Wir nehmen uns heute der Worte aus Lukas 32 an …

Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.“ (Lk 23, 34)

„Denn sie wissen nicht, was sie tun“, war es nicht der Titel eines Films über die wilden Jahre junger Menschen in den 50er Jahren? Wie aktuell ist es doch heute, aber auch ein deutliches Wort an alle Menschen, so auch an uns in unserer verwirrten Zeit.

Lukas bezieht dieses Wort womöglich auf die, die für Jesu Kreuzigung auf Golgota verantwortlich waren, mit dem Jesus sie vor Gottes Zorn zu schützen sucht.

Ist es aber nicht gleichzeitig eine Warnung und die Zusage der Vergebung an uns und an alle Menschen? Es ist doch eine Entmündigung, ihnen das wissentliche Handeln abzusprechen, und gleichzeitig eine Warnung: Bedenket, was ihr tut ist Frevel. Es ist falsch, und dennoch soll ihnen und uns vergeben sein.

Wie groß ist die Liebe für die Menschen, wenn er am Kreuz um Vergebung für seine Peiniger bittet? Gerade in dieser Liebe finden wir die Zusage an uns, denn diese Liebe ist größer als die Freundesliebe oder die Bruderliebe. (Mt 5, 46 - 47)

Wir denken auch an seine Worte in der Bergpredigt:  Ihr habt gehört, dass gesagt ist: »Du sollst deinen Nächsten lieben« (3. Mose 19, 18) und deinen Feind hassen.Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und bittet für die, die euch verfolgen, auf dass ihr Kinder seid eures Vaters im Himmel. Denn er lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte.(Mt 5,44 - 45)

Deshalb kann auch allen, ohne Ausnahme vergeben werden, dass ist seine Zusage, die sogleich mit dem nächsten Wort bestärkt wird.

Amen, ich sage dir: Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein.“ (Lk 23, 43)

Der eine der „Übeltäter“, die mit Jesus gekreuzigt wurden, bekennt sich zu Gott und bittet Jesus seiner zu gedenken, weil er womöglich verdammt sein sollte. Doch Jesus erteilt ihm seine Absolution, und sagt ihm die Vergebung seiner Sünden zu. Jesus handelt hier gemäß seinen Aussagen und Versprechen: „Jesus aber sprach zu ihnen: Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern; und wer an mich glaubt, den wird nimmermehr dürsten“ (Joh 6,35 ). Die Zusage ist wahrhaftig, dass jeder zu Gott finden kann, ganz gleich welche Schuld einer durch seine Taten auf sich geladen hat.

Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist.“ (Lk 23, 46)

In diesen letzten Worten bei Lukas klingt Psalm 31 an: „Du wirst mich befreien aus dem Netz, das sie mir heimlich legten; / denn du bist meine Zuflucht. In deine Hände befehle ich meinen Geist; du hast mich erlöst, HERR, du treuer Gott.“ (Ps 31,5–6 ) Dies ist schließlich ein rückhaltloser Vertrauensbeweis Jesu an Gott, der nun gleichzeitig sagen soll, worauf die Jünger weiter vertrauen sollten oder worauf auch wir vertrauen sollen. Seinem Beispiel sollen wir folgen und nicht verzweifeln.

Ob diese Worte für die Jünger tröstlich waren, die ja noch nicht erlebt hatten, was am dritten Tag geschehen sollte, ist schwer zu erahnen. Wir können aber jeden Trost und alle Zuversicht in diesen Worten finden, wenn wir es zulassen.

Wir gehen mit dir weiter in dieser Woche, wir geben uns in deine Hände.

Es segne uns Vater, Sohn und Heiliger Geist. Amen

Bibelworte

Jahreslosung
Ich glaube; hilf meinem Unglauben!
(Markus 9,24)

Wort und Klang

Kurzandachten von Pfarrerin A. Hergenröther mit Musik aus Finkenkruger Häusern, an den Feiertagen von Kantor Stephan Hebold

Vorherige Andachten

Wort und Klang vom 17.05.2020

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